6. November 2016

Wir fordern den Ausstieg aus der Intensivtierhaltung und stattdessen eine artgerechte Tierhaltung

Rund 220 Delegierten des Landesparteitages der NRW-LINKEN haben am Sonntag, den 06.11.2016, in der Zeche Zollverein in Essen mit überwältigender Mehrheit ihr Wahlprogramm beschlossen.

 

NRW-LINKE verabschiedet Programm zur Landtagswahl

 

VI. Die Zerstörung unserer Umwelt beenden

Tiere: Mit Respekt behandeln und artgerechter halten Die Linke plädiert dafür, das Verhältnis von Mensch und Tier neu zu bestimmen. Die Menschen haben die Verantwortung für die gesamte Natur. Der Schutzauftrag des Staates endet nicht beim Menschen. Wir sehen die Tiere als Mitlebewesen mit Rechten an und wollen sie in ihren Lebensräumen schützen. Wir sprechen Tieren das Recht auf eine natürliche, artgerechte Existenz zu, unabhängig von ihrem Nutzwert. Wir fordern den Ausstieg aus der Intensivtierhaltung und stattdessen eine artgerechte Tierhaltung und ein Ende jeglicher Qualzucht. Statt weiter zunehmender Konzentration von Nahrungsmittelproduktion müssen regionale Kreisläufe für agrarwirtschaftliche Güter wie insbesondere Futtermittel, Düngemittel, Energie und Schlachttiere gefördert werden. Tiertransporte sind zu vermeiden, Schlachttiere müssen grundsätzlich am nächstgelegenen Schlachthof geschlachtet werden. Die Linke wird sich für eine medizinische, kosmetische und wissenschaftliche Forschung ohne Tierversuche einsetzen, für die eine wesentlich stärkere Förderung zwingend notwendig ist. Eine jährliche Statistik über die Entwicklung tierversuchsfreier Methoden als Pendant zur Tierversuchsstatistik sollte endlich eingeführt werden.

Was tun?


  • Im Grundgesetz steht dass die Jugendlichen „im Geist der Menschlichkeit, der Demokratie und der Freiheit, zur Duldung und zur Achtung vor der Überzeugung des anderen, zur Verantwortung für Tiere und die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen“ erzogen werden sollen. Diese Einstellung muss durch einen geeigneten Lehrplan angestrebt werden
  • Ein landesweites Verbot von Vermietung von öffentlichen Flächen an Zirkusse mit Wildtieren
  • Zoos müssen verpflichtet werden zur Arterhaltung beizutragen indem sie sich an Auswilderungsprogrammen beteiligen
  • Bisherige Zoos sollen in Spezialzoos umgewandelt werden
  • Ein schnellstmögliches Auslaufen der Zoohaltung für all jene Tiere, die in NRW schon entweder aufgrund der Klimabedingungen oder der arttypischen Ansprüche nicht artgerecht gehalten werden können.
  • Den Besitz gefährlicher invasiver Arten, außer für wissenschaftlich notwendige Zwecke, verbieten
  • Reptilien-Börsen verbieten
  • Auch juristischen Personen ermöglichen, Jagd in ihren Wäldern zu verweigern
  • Treib- und Drückjagden verbieten und alle, bereits verbotenen, Schliefenanlagen schließen
  • Jagdgesellschaften abbauen und anfallende Aufgaben an staatliche Wildschützer*innen übergeben, die im Sinne der Lebewesen und der Umwelt handeln
  • Die Altersgrenzen von Pferden, die am Spring- und Rennsport teilnehmen, müssen neu überdacht werden. Eine Teilnahme an Rennen sollte erst ab 3 Jahren erfolgen.
  • Die Ausbildungsmethoden und die artgerechte Haltung von Pferden sind durch das Veterinäramt regelmäßig zu prüfen
  • Das kommerzielle Angebot von Pferdekutschfahrten in städtischen Gebieten, also Gebieten wo der Lärm, die Bodenbeschaffenheit und die Luftqualität für die Tiere zur Belastung werden, sind einzustellen
  • Vermeidbare Tierversuche verbieten, Forschungsmethoden fördern, die ohne Tierversuche auskommen
  • Mehr Amtsveterinäre zur Durchsetzung des Tierschutzes einstellen
  • Eine Kastrations- und Registrierpflicht für alle Freigängerkatzen einführen
  • Verkauf von sog. Haustieren, außer von Fachhandlungen oder anerkannten gewerblichen Privatzüchter*innen, wie z.B. in Baumärkten, verbieten
  • Pelztierhaltung ausschließen und den Handel mit falsch deklarierten Pelzen empfindlich bestrafen
  • Qualzüchtungen und Massentierhaltung müssen beendet werden und einer artgerechten Haltung weichen
  • Produkte die Bestandteile aus Massentierhaltung enthalten, sind - auch in der Gastronomiezu kennzeichnen
  • Kükenschreddern verbieten
  • Alle Ausnahmen im Tierschutzgesetz, für die schmerzhaften körperlichen Eingriffe an Tieren ohne Betäubung, streichen, bis auf die, bei denen der mit dem Eingriff verbundene Schmerz geringfügiger ist als die mit einer Betäubung verbundene Beeinträchtigung des Befinden des Tieres
  • Lebendtransporte auf maximal vier Stunden begrenzen
  • Landwirte durch Strafen dazu bringen sich an die Gesetze zum Treffen von Vorsichtsmaßnahmen gegen den qualvollen Tod von Tieren beim Mähen zu halten.
  • Schutz, Ausweitung und Vernetzung von Naturschutzgebieten fördern
  • Privatisierung von Naturschutzgebieten stoppen
  • Keine Steuer auf Lebewesen, wie z.B. Hundesteuer. Tiere sind keine Gegenstände, die besteuert werden müssen 



beschlossene Fassung als pdf-Datei

VI. Die Zerstörung unserer Umwelt beenden