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Foto: Babyluchs (Quelle: pixabay)

Ein Kommentar zum Weltkatzentag: Am Weltkatzentag auch an bedrohte Wildkatzenarten denken

Camila Cirlini, Vorstandsmitglied der LAG Tierschutz DIE LINKE. NRW

Ihre Anmut und Schönheit entzückt uns bei jeder ihrer Bewegungen. Was wäre die Welt ohne Katzen? Bei aller Verehrung, die wir den Samtpfötchen entgegen bringen, haben wir ursprüngliche Katzenarten wie die Wildkatze oder den Luchs offensichtlich völlig aus unserer Erinnerung verdrängt. In Deutschland leben mehr als zwei Millionen Hauskatzen, während wildlebende Katzenarten so wie andere Wildtierarten seit Jahren und Jahrzehnten ums nackte Überleben kämpfen. 

Der BUND schätzt die Zahl der Wildkatzen auf maximal 7.000 in Deutschland; in Nordrhein-Westfalen wurden sie bisher jedoch kaum nachgewiesen. Wildkatzen sind reine Wald- und Waldrandbewohner und werden aus diesem Grunde auch Waldkatzen genannt. Wie alle Katzen lieben auch die Waldkatzen kleine Nagetiere. Sie halten sich nur dort auf, wo auch ihre Beutetiere eine Überlebenschance haben. Gehölze, Obstbäume und Hecken bieten Wühlmäusen Verstecke und den Waldkatzen die nötigte Nahrung. Laut dem BUND „nehmen Wälder gegenwärtig in Deutschland nur noch etwa 30 Prozent der Gesamtfläche ein. Diese Wälder werden aber meist forstwirtschaftlich genutzt und sind deshalb sehr eintönig. Ursprüngliche Buchenmischwälder finden sich kaum noch. So bleiben für Wildkatzen immer weniger geeignete Lebensräume. Heute sind sie an vielen Orten ihrer ursprünglichen Heimat verschwunden.“ 

Noch dramatischer dagegen sieht die Zahl der verbleibenden Luchse in Deutschland aus. Lediglich 77 Luchse leben bei uns; um 1900 waren sie in Deutschland eigentlich gänzlich ausgerottet. Neben der Wilderei sind die invasive Land- und Forstwirtschaft, die Zerschneidung der Lebensräume und das Fehlen von Wildtier-Korridoren verantwortlich für den Zusammenbruch der Biodiversität. Natürlich ist es wichtig, dass es dem eigenen Stubentiger gut geht; aber warum schaffen wir es nicht genauso gut, uns gegen die Zerstörung der Lebensräume und damit gegen das Artensterben effektiv einzusetzen?

Camila Cirlini
Vorstandsmitglied der 
LAG Tierschutz DIE LINKE. NRW

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