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Foto: Bonobo Affe ruhend (Quelle Pixabay)
Foto: Bonobo Affe ruhend (Quelle Pixabay)

Camila Cirlini

Stellungnahme der LAG Tierschutz DIE LINKE. NRW zu dem Fall des Bonobo-Mannes Bili im Wuppertaler Zoo

Seit seiner Ankunft wurde der männliche Bonobo Bili im Wuppertaler Zoo von seinen Artgenossen gemobbt, angegriffen, verletzt und gebissen. Nun hat der Zoo endlich reagiert und trennt Bili zeitweilig von seinen Artgenossen.
Die Ausführungen des Wuppertaler Zoo Direktors, dass Bili eine Familie benötige und dass das Verhalten der anderen Affen der Gruppe als normal eingestuft werden kann, ist sicherlich nicht falsch. Die Situation im Zoo ist aber nicht vergleichbar mit einer Situation in freier Wildbahn. In Freiheit könnte sich der Bonobo Mann verstecken, er könnte fliehen, sich der Gruppe entziehen; das alles ist im Zoo nicht möglich.
Eine vergleichbare Situation in Freiheit wäre eher unwahrscheinlich. Bili wurde in diesen Familienverband gebracht, um Nachkommen zu zeugen. Männliche Bonobos sind rangniedriger als weibliche Bonobos; kommt ein solcher Mann dann ohne Mutter in eine neue Gruppe so sind Probleme vorprogrammiert.
Menschenaffen sind keine Gegenstände, die man weiterreicht, sondern sie benötigen soziale Strukturen, um gesund zu bleiben wie wir Menschen. Wir sind der Meinung, dass der Zoo Wuppertal - da er Bili in diese Situation gebracht hat, in der er sich nun befindet - die Verantwortung für diesen Menschaffen zu übernehmen hat und Schaden von ihm abzuwenden hat.

Wir fordern den Wuppertaler Zoo auf hier umgehend verantwortungsvoll zu handeln.

Auch ist Bili kein Schimpanse, sondern ein Bonobo; aus diesem Grunde ist auch eine Rückführung nach England in eine Schimpansen-Gruppe ebenso wenig sinnvoll, wie Bili weiterhin den Angriffen seiner Artgenossen schutzlos auszuliefern. Dieser Fall zeigt einmal mehr wie sehr Tiere unter der Gefangenschaft in Zoos leiden müssen. Zoologische Gärten sind nichts anderes als Gefängnisse für Tiere, die in den allerwenigsten Fällen auch nur ansatzweise den Bedürfnissen ihrer unschuldigen Insassen gerecht werden können.

Vorstand der LAG Tierschutz DIE LINKE. NRW