Willkommen im „besten Kreis der Welt“!
von namhaften Gestaltern neoliberaler Politik bis hin zu den extremen Auswüchsen kapitalistischer Ausbeutung. Deshalb ist der Ort unserer Versammlung gut gewählt. Es folgen 3 Minuten Heimatkunde!
Für ein besonders menschen-, tier- und umweltverachtendes System steht hier der Name Tönnies. Nach einem kurzen und qualvollen Leben in der Massentierhaltung werden täglich mehr als 30.000 Schweine allein in der Schlachtfabrik im benachbarten Rheda-Wiedenbrück getötet. Die industrielle Landwirtschaft ist verantwortlich für die steigende Zahl der Hungernden, die Zerstörung sozialer Strukturen und Vertreibung. Darüber hinaus ist sie verantwortlich für eine wachsende Nitratbelastung, für den Einsatz von Antibiotika und Pestiziden, hohen Wasserverbrauch, das Artensterben, die Zerstörung des Regenwaldes und Treibhausgasemissionen.
Ebenso wie für die Ausbeutung der Natur steht Tönnies für die Ausbeutung des Menschen. Allein im Werk Rheda-Wiedenbrück schuften rund 4500 Menschen als Werkvertragsarbeiter*innen. Sie arbeiten und wohnen häufig unter menschenunwürdigen Bedingungen.
Diese Zustände erinnern uns an Upton Sinclairs Roman der „Der Dschungel“. Vor über 100 Jahren beschrieb er am Beispiel einer Einwandererfamilie aus Osteuropa die katastrophalen Zustände in den Schlachtfabriken Chicagos.
Zu dieser Zeit war der Bertelsmann-Verlag noch auf theologische Literatur spezialisiert. Später wurde Firmenchef Heinrich Mohn Förderer der SS. Schon ab Herbst 1934 produzierte Bertelsmann Kriegsliteratur für Jugendliche und Erwachsene. Der Verlag wurde auch zum mit Abstand größten Lieferanten von Wehrmachtsliteratur. Der Gewinn stieg von 1933 bis 1941 um das dreißigfache.
Inzwischen ist Bertelsmann eines der weltweit größten Medienunternehmen.
Das perfide „System Bertelsmann“ besteht unter anderem aus der Stiftung, die der Politik die Ziele vorgibt, aus dem Medienkonzern, der die Ideologie in die Köpfe der Menschen hämmert und aus der Konzerntochter Arvato, die von Leiharbeit und anderen Ergebnissen neoliberaler Politik kräftig profitiert.
Um so wichtiger ist eine starke Linke, die diesen Machenschaften eine sozial-ökologische Perspektive entgegensetzt.
Karl Marx schrieb 1844 in den ökonomisch-philosophischen Manuskripten sinngemäß:
„Durch den Kapitalismus wird die ehemals lebendige Einheit von Mensch und Natur durch Lohnarbeit und Kapital aufgehoben. Was zu einer Entfremdung der eigenen produktiven Kräfte und damit zu einer Trennung von der Natur führt.“
Liebe Genossinnen, liebe Genossen! Wir wünschen uns allen ein gelungenes Wochenende und ein widerständiges Jahr!
Uschi Kappeler, Michael Pusch

